Häusliche Gewalt

Schlagen, wen man liebt?

Es klingt unvorstellbar, und doch ist es in vielen Familien, bei Paaren und in Lebensgemeinschaften bittere Wirklichkeit: Menschen, die sich lieben oder in enger Beziehung miteinander leben, üben Gewalt an ihren Partnerinnen bzw. Partnern oder Kindern aus.

Das Strafgesetzbuch spricht von „häuslicher Gewalt“. Sie kommt in allen sozialen Schichten vor, sie kommt im ländlichen Raum ebenso vor wie in Großstädten, und sie kommt fast niemals nur einmalig vor. Wie eine Spirale funktioniert die grausame Dynamik von Gewaltbeziehungen. Grausam auch und vor allem, weil mit der Intimität der Beziehung das Ausmaß der Scham auf Seiten der Opfer wächst. Die Tarnung der Täter dagegen ist fast perfekt, weil die Gewalt in der Verborgenheit der Privatsphäre stattfindet.

Diese Gewalt hat viele Formen: Sie reicht von Drohungen, Demütigungen und verbalen Angriffen über körperliche Verletzungen oder sexualisierte Misshandlungen bis hin zum Tötungsversuch oder Mord.

Häusliche Gewalt wird von Männern und Frauen ausgeübt. Es sind jedoch überwiegend Frauen und Kinder den Gewalthandlungen durch Männer ausgesetzt.

Gewalt ist nach einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine der wichtigsten gesundheitlichen Bedrohungen.